Da bleiben keine Wünsche offen

Uni-Bigband in der Endenicher Harmonie

Von Odilo Clausnitzer

Bonn. Ihre Geschichte ist erst kurz und eindrucksvoll: als sie vor anderthalb Jahren ihr erstes Konzert gab, existierte die Big Band der Universität Bonn gerade mal ein Sommersemester lang und spielte doch schon auf bemerkenswert hohem Niveau. Timing, Präzision, Kraft - diese jazzorchestralen Grundtugenden hatte sie schon damals voll ausgebildet.

Jetzt haben die Band und ihr Leiter, der Posaunist Oliver Pospiech, das Wirkungsvollste gemacht, um das Ergebnis nochmal zu steigern: sie haben das Repertoire aufgefächert. Die Uni-Big Band spielt nun nicht mehr nur stilecht Swing-Klassiker von Basie bis Holman, sondern versucht sich auch erfolgreich auf Machitos Latin-Parkett, groovt sich durch eine Eliane Elias-Nummer oder brodelt gar quasi-modal.

Annähernd 250 Gäste hatten sich jetzt auf den Weg in die Endenicher Harmonie gemacht - für ein Jazz-, zumal Jazz-Zirkel-Konzert eine gigantisch hohe Besucher-Zahl.

Schuld daran war zu einem bestimmt nicht geringen Teil der Gastsolist, den Pospiech eingeladen hatte: der Weltrang-Posaunist (und zufällig sein ehemaliger Lehrer) Jiggs Wigham. Dass der sich trotz Berlin-Umzugs in seiner immer noch nominellen Wahlheimatstadt Bonn noch wohl fühlt, merkte man ihm an. Posaunistisch präsentierte er sich in bester Spiellaune, einfallsreich und risikofreudig.

Dass davor das Potenzial der Band durchaus nicht verblasste, spricht für ihr Niveau. Fast ungerecht, einzelne Mitglieder herauszuheben - trotzdem sei`s getan: Saxophonistin Katja Tzschätzsch brillierte, Gitarrist Mathias Mauersberger gelangen spannende Improvisationen; Guido Kordel und Herwig Barthes setzten Trompeten-Glanzlichter. Da bleiben keine Wünsche offen.

(01.12.2003)