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Frisch
formiert und schon gewonnen
Die
Bigband des Collegium musicum zeigt sich in der Aula der Bonner
Universität in bestechender Spiellaune
Von
Mathias Nofze
Bonn. In der Welt der
Bigband-Musik sind die Arrangeure die heimlichen Helden. Alle Welt
kennt Count Basie's Band, aber nur Eingeweihte wissen, dass ein
gewisser Frank Foster zahlreiche Stücke für dieses
Ensemble arrangiert hat. Die Herkunft der Melodien ist
unerheblich, oft stammen sie, wie "Stompin' at the savoy"
oder "Stella at starlight" aus den Tiefen der
US-Jazzgeschichte, aus frühen Broadway-Shows oder der
jüngeren Pop-Geschichte.
Der Beatles-Klassiker
"Norwegian wood" beispielsweise fiel in die Hände
von Bill Holeman, und der machte aus dem melancholisch wiegenden
Chanson ein ziemlich aufgepepptes, vitales Stück
Bigband-Musik mit Ecken und Kanten. Zu hören war es beim
Konzert der Bigband des Collegium musicum, die sich in der Aula
der Universität in bestechender Spiellaune präsentierte.
Mit
rund zwanzig Stücken ging es in zweieinhalb Stunden quer
durch den Kosmos der Bigband-Musik, von Count-Basie-Standards wie
"Bones for Basie", Klassikern wie dem "One-note-Samba"
oder hitzigen, schrillen Rumba-Bearbeitungen bis zu eher rockig
angehauchten Stücken und einer Hommage an Miles Davis. Von
ihm hörte man das düster-geheimnisvolle "The maids
of Cadiz" aus dem Album "Miles ahead".
Noch
kein Jahr alt ist die Bigband-Formation, und schon hat der
Gründer, der Jazz-Posaunist Oliver Pospiech, rund zwanzig
Musiker zu einem kraftvoll und mitreißend aufspielenden
Ensemble geformt. Bass, Schlagzeug, Gitarre und Klavier lieferten
flexibles und spannungsvolles Rhythmusspiel, Posaunen, Tuben,
Trompeten und Saxofone brillierten mit druckvollem Sound und
zeigten sich auch komplexeren Arrangements gewachsen. Und fast
alle Spieler konnten sich mit mehr oder minder umfangreichen Soli
in Szene setzen.
Sehenswert auch die
"Leadership"-Qualitäten von Oliver Pospiech. Seine
Einsätze für die Bläsersektionen erinnerten an
einen Coach, der seiner Mannschaft taktische Varianten anzeigt.
Und dass er außerdem Spielertrainer ist, belegte er durch
einige stilvolle Posaunensoli.
General Anzeiger Bonn
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